Konfessionsverbindende Ehen und Familien sind kein Problem - Sie sind die Lösung

Netzwerk Ökumene: konfessionsverbindende Paare und Familien in Deutschland

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2002 Konfessionsverbindende Ehe - Ökumene an der Wurzel

Vortrag auf der Tagung des Netzes konfessionsverbindender Paare

Thesen von Prof. Dr. Otto Hermann Pesch, Hamburg/München

1.1. GRUNDTHESE: Die konfessionell gemischte Bevölkerung in Deutschland - Folge der Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg - hat sich als einzigartige Chance für ein neues ökumenisches Miteinander erwiesen.

 

II. ELEMENTARE ÖKUMENISCH-THEOLOGISCHE TEILTHESEN

2. Jeder ökumenische Fortschritt muss zuerst den konfessionsverbindenden Ehen und Familien zugute kommen. Denn diese haben die Spannungen aufgrund der konfessionellen Gegensätze am intensivsten erlebt und am geduldigsten ausgehalten.

3. Es gibt einen "Mehrwert" des Glaubens gegenüber allen seinen persönlichen und kirchlichen Ausdrucksformen.

4. Denn "glauben" heißt, ohne "Fachjargon" ausgedrückt: Hingabe an Gott und Geschehen-Lassen, was Gott an uns tut; Rechnen mit seiner Nähe und Liebe trotz unseres Widerstandes und der Rätsel des Weltlaufs; Entlarvung und Zurechtbringung unserer Selbstherrlichkeit; Hoffnung über allen Tod hinaus.

5. Der "Mehrwert" des Glaubens ist zugleich evident und brisant.

a. Evident für alle persönlichen und durch Brauchtum vorgegebenen Ausdrucksformen.

b. Evident auch für die offiziellen und halboffiziellen liturgischen Formen.

c. Brisant in bezug auf die Ausdrucksformen im Wort und in ausgearbeiteter Lehre - man denke an "typisch" katholische, lutherische, reformierte, freikirchliche, pietistische "Sprachstile".

d. Höchst brisant in bezug auf die Verfassung und die Ämter in der Kirche - was heißt z.B. in der Sache "bischöfliche Struktur"?

6. Wir wissen um das Evangelium und den Glauben nur durch die Kirche, aber nicht zu ihren Bedingungen.

7. Daher ist der Grundakt des gemeinsamen Glaubens ohne Probleme: das Gebet und seine gemeinschaftliche Form, der Gottesdienst.

8. Gegen ein gemeinsames Herrenmahl - gleichviel in welcher Kirche - gibt es keine theologischen Einwände. Etwas anderes sind seelsorgliche, psychologische und gar kirchenpolitische Bedenken. Praktische Probleme tauchen meist erst im Laufe der Zeit auf.

 

III. PRAKTISCHE TEILTHESEN - ALS FRAGEN NACH MÖGLICHEN ÄNDERUNGEN

9. Wie sieht die religiöse Gliederung des Tages (Gebet) unter ökumenischem Aspekt aus?

10. Wie werden Kinder an den Konfessionsunterschied herangeführt und über ihn belehrt?

11. Wird Bibellesung und religiöses Gespräch geübt - und wie?

12. Welche Abschleifungserscheinungen des Konfessionsunterschiedes aus zunehmender Ermüdung sind zu verzeichnen?

13. Wie geht man mit kirchlichen Restriktionen um?

14. Welche Herrenmahlspraxis wurde versucht, welche bewährt sich?

 

IV. DER IDEALE KATHOLIK IN DER KONFESSIONSVERBINDENDEN EHE

15. Informiert; im Gewissen selbstständig; nicht autoritätshörig, aber loyal und verstehend; katholisch aus Überzeugung, und eben darum offen für Pluralität des Christlichen; mit Humor gegenüber dem "Krieg der Begriffe" und der "Grunddissense".

 

Autor: Prof. Dr. Otto Hermann Pesch







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